Sozialer Betrieb im Betrieb (SBIB)
Teilprojekt 3 der Entwicklungspartnerschaft QUINTA.

Zusammenfassung der Strategie und Aktivitäten
Gemeinsam mit regionalen Unternehmen, die ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und zu einer Betriebserweiterung zugunsten benachteiligter Arbeitsloser bereit sind, gründet das SEN Soziale Betriebe, die den Unternehmen als eigenständige Betriebsbereiche angegliedert werden (Sozialer Betrieb im Betrieb).

In den Sozialen Betrieben werden benachteiligte Arbeitslose der Region unter realen Wirtschaftsbedingungen beschäftigt.
Die Teilnehmer werden projektbegleitend betreut, die betriebsbegleitende Projektentwicklung (Aufbau und Integration des Sozialen Betriebs im Betrieb, Personalmanagement etc.) wird vom Träger des Teilprojekts geleistet.

Beschreibung der Aktivitäten und Zielgruppen
In Anlehnung an das Modell der seit Sommer 2001 im SGB IX unter § 132 ff definierten Integrationsprojekte für Schwerbehinderte und die in Niedersachsen geförderten Sozialen Betriebe für die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen hat der Träger des Teilprojekts ein eigenes innovatives Modell des Sozialen Betriebs im Betrieb konzipiert, dass den netzwerkorientierten Grundprinzipien und den spezifischen Bedarfen der Entwicklungspartnerschaft entspricht.

Das Modell des Sozialen Betriebs im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft ist als Sozialer Betrieb im Betrieb konzipiert, das heißt, es werden keine Sozialen Betriebe als eigenständige Unternehmen neu gegründet, sondern bestehende Wirtschafts- und Marktstrukturen in einem erweiterten Zusammenhang genutzt.

Regionale Unternehmen, die ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und zu einer Betriebserweiterung zugunsten benachteiligter Arbeitsloser bereit sind, stellen zusätzlich zu ihrer Stammbelegschaft benachteiligte Arbeitslose in ihrem Unternehmen ein. Der Soziale Betrieb wird den jeweiligen Partnerunternehmen als eigenständiger Betriebsbereich angegliedert. Die Beschäftigten im Sozialen Betrieb werden projektbegleitend betreut und zur Entlastung der Unternehmer aus Projektmitteln teilfinanziert, die betriebsbegleitende Projektentwicklung (Aufbau und Integration des Sozialen Betriebs im Betrieb, Personalmanagement etc.) wird vom Träger des Teilprojekts geleistet.

In den Sozialen Betrieben werden benachteiligte Arbeitslose unter realen Arbeitsmarktbedingungen eingesetzt. Die Sozialen Betriebe sind in das allgemeine Wirtschafts- und Arbeitsleben integriert und stellen Produkte her oder bieten Dienstleistungen an.

Voraussetzung für den Aufbau Sozialer Betriebe im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft ist ein entsprechender Bedarf der Unternehmen. Dieser Bedarf, der beispielsweise aus Expansionsbestrebungen oder Outsourcingplanungen der Unternehmen resultieren kann, muss zu Projektbeginn und während der gesamten Projektlaufzeit bei geeigneten Unternehmen in der Region recherchiert werden. Zurzeit haben bereits zwei regionale Unternehmen ihre Bereitschaft erklärt, ihre Unternehmenspolitik zugunsten der Gründung eines Sozialen Betriebs in ihrem Unternehmen auszurichten.

In den Sozialen Betrieben sollen verschiedene Beschäftigungsmodelle versuchsweise getestet werden.
So können in den Sozialen Betrieben zum einen längerfristige Beschäftigungsperspektiven für benachteiligte Arbeitslose entstehen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt chancenlos wären (z.B. Schwerbehinderte). Teilnehmer, die sich über einen längeren Zeitraum im Sozialen Betrieb bewährt haben, können von den Unternehmen in die Stammbelegschaft übernommen werden.

Die Sozialen Betriebe sollen aber auch als „Durchlauferhitzer“ für benachteiligte Arbeitslose fungieren, die nach einer Phase der Gewöhnung an den Arbeitsalltag in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Insofern bietet der Soziale Betrieb beispielsweise für Langzeitarbeitslose eine reelle Chance für den Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt. Innovative Qualifizierungsmodule (z.B. Lerninseln) sollen in die Sozialen Betriebe integriert werden, um die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer zusätzlich zu fördern.

Die Unternehmen investieren erheblich in die Sozialen Betriebe, sodass die möglichen Gewinne aus den Sozialen Betrieben zunächst durch die Investitionskosten und die laufenden Kosten der Unternehmen kompensiert werden. Im Falle einer Erwirtschaftung nennenswerter Unternehmensgewinne durch die Sozialen Betriebe kann eine Reinvestition bzw. Rückzahlung erfolgen.

Längerfristig soll gemeinsam mit den Betrieben und den regionalen Arbeitsagenturen und Sozialämtern ein Finanzierungs- und Reinvestitionsmodell entwickelt werden, das den gemeinnützigen Ansatz der Sozialen Betriebe erhält und deren Nachhaltigkeit begünstigt.

Bezug zur gesamten Entwicklungspartnerschaft
Die Sozialen Betriebe sollen auch offen sein für Absolventen der Produktions- und Arbeitsschule zum Zwecke ihrer stufenweisen Integration in den Arbeitsmarkt sowie als Beschäftigungspartner für das Modulare Ausbildungsnetzwerk. Die Offenheit der Teilprojekte untereinander gehört zu den Grundprinzipien der Entwicklungspartnerschaft.

Insgesamt bilden die Teilprojekte ein interdependentes Labor für die experimentelle Umsetzung unterschiedlicher Qualifizierungs- und Beschäftigungsmodelle zugunsten der Beschäftigungsfähigkeit benachteiligter Personengruppen und ihre Integration in den Arbeitsmarkt. So können vor diesem Hintergrund auch in Abstimmung mit den Unternehmen passgenaue Qualifizierungen als Vorbereitung für die Arbeit in einem Sozialen Betrieb durchgeführt werden.

Ebenso soll es möglich sein, Absolventen der Qualifizierungsprojekte bis zum Beginn einer Ausbildung in den Sozialen Betrieben unterzubringen, damit sie nicht den aktiven Bezug zur Arbeitswelt verlieren.

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